Samstag, 26. September 2026

Heidi Rehn: Die Buchhandlung in der Amalienstraße

Obwohl es um meine zwei Lieblingsthemen geht, habe ich das Buch nach gut 150 Seiten abgebrochen. Die Freundinnen Elly und Henni (20 Jahre) sind schon so überzeugt von dem, was sie wollen, was Frauen sich noch erkämpfen müssen, dass ich bei ihnen keine Entwicklung rauslesen kann. 

Buchinfo
Der Krieg steht bevor. Düstere Zeiten brechen an. Zwei Buchhändlerinnen setzen für ihre Überzeugungen alles aufs Spiel.

München, 1913. Für die rebellische Elly wird ein Traum wahr, als sie in der Buchhandlung in der Amalienstraße ihre Ausbildung beginnen darf. Zusammen mit ihrer wissbegierigen Freundin Henni liest sie jedes Buch, das ihr in die Finger kommt. Gegen alle Widerstände gründen Elly und Henni einen Salon für Schriftstellerinnen. Die harsche Zensur des Kaiserreichs lässt nichts unversucht, um den modernen Frauen Steine in den Weg zu legen. Doch dann bricht der erste Weltkrieg über die jungen Buchhändlerinnen hinein. Als Ellys Freund Leo an die Front gerufen wird, können sie sich nicht mehr in ihre Bücher flüchten…

Buchbeginn
Prolog
München, Mitte März 1910

Der Abend hatte sich gelohnt. Elly wusste jetzt, was sie werden wollte: ausgebildete Buchhandelsgehilfin. Und ebenso wusste sie, was sie keinesfalls werden wollte: abhängig von einem Mann, der ihr den Lebensunterhalt sicherte. Sie würde auf eigenen Beinen stehen, unabhängig durch einen Beruf, der ihr schon lange am Herzen lag. Der Vortrag im Verein der Fraueninteressen hatte ihr gezeigt, wie ihr das gelänge. Sie platzte vor Ungeduld, mit Henni darüber zu sprechen.
 

Mary A. Shaffer: Deine Juliet

An der Gründung des Literaturclubs "Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf" wäre ich gerne beteiligt gewesen.

Juliet wird auf diesen Literaturclub nur aufmerksam, weil ein Mitglied ihr einen Brief schreibt. Dadurch lernt sie brieflich gleich noch andere Mitglieder kennen. Und schon beim ersten Kontakt hat man das Gefühl, die schreiben sich schon ewig.
Uns bekannte Bücher und Schriftsteller werden erwähnt. Eine Schreiberin lässt sich darüber aus, wie schrecklich sie es fand, dass der Vater der Bronte-Schwestern sich überhaupt nicht um seine Töchter gekümmert hat. Dass er sein Zimmer kaum verlassen hat und die Töchter ihn mit allem versorgen mussten usw.
Die Schriftstellerin hat vor, über die Besatzung der Kanalinsel Guernsey zu schreiben. Und obwohl die Geschichte einen ernsten Hintergrund hat, habe ich an so vielen Stellen lachen müssen. Die Autorin, es scheint ihr einziges Buch gewesen zu sein, schreibt so warmherzig und mit einem so schönen Humor, hach, einfach schön.



 Buchinfo
London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen. Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen...

Christine Westermann sagte zu dem Buch: "Diesen Briefroman zu lesen war ein Vergnügen. Ein großartiges Buch."
Und Margarete Schwarzkopf vom NDR meint: "Eine bezaubernde Mischung aus Liebesgeschichte und einer Verbeugung vor der Literatur."

Buchbeginn
An den Verleger
Mr. Sidney Stark
Stephens & Stark Ltd.
21. St. James Place
London SW
England

8. Januar 1946

Lieber Sidney,
Susan Scott bewirkt Wunder. Wir haben mehrmals vierzig Exemplare des Buches verkauft, was sehr erfreulich ist - noch aufregender fand ich allerdings das Essen. Susan ist es gelungen, Lebensmittelmarken für Puderzucker und ,richtige Eier' für das Baiser aufzutreiben. Wenn sich künftig alle ihre literarischen Mittagessen zu diesen Höhen aufschwingen, habe ich nichts dagegen, durchs Land zu reisen. Meinst Du, eine üppige Sondervergütung könnte sie anspornen, Butter zu ergattern? Lass es uns versuchen - Du kannst das Geld von meinen Tantiemen abzweigen.


Autorin
Die Schriftstellerin, die auch als Buchhändlerin und Bibliothekarin arbeitete, erlebte den Erfolg ihres Buches nicht mehr. 1934 in Martinsburg, West Virginia geboren, starb sie im Februar 2008. Ihre Nichte Annie Barrows (Kinderbuchautorin) half ihr kurz vor ihrem Tod bei der Fertigstellung des Buches.


Kindler Verlag, 2008
Aus dem Amerikanischen von Margarete Längsfeld und Martina Tichy
296 Seiten
ISBN-10: ‎3463405245
ISBN-13: ‎978-3463405247