Donnerstag, 25. Juni 2026

Alberto Manguel: Tagebuch eines Lesers

 Übersetzt von Chris Hirte
FISCHER Taschenbuch
1. Auflage 1. Oktober 2007
240 Seiten
ISBN-10: ‎3596159431
ISBN-13: ‎978-3596159437
Originaltitel: ‎A Reading Diary

 

Buchinfo

Bücher sind die Sterne am Firmament unserer Biographie. Im ,Tagebuch eines Lesers' überlässt sich Alberto Manguel ein Jahr lang seinen Sternen. Monat für Monat liest er im Rhythmus seiner Reisen und der Jahreszeiten je eines seiner Lieblingsbücher neu - von Don Quijote bis Sherlock Holmes.
Alberto Manguel begegnet seiner Kindheit wieder, seinen literarischen Helden, und zeigt uns, wie man in Zeiten politischer Wirrnis lesend seinen Kopf behält. 

Buchbeginn

Seit einem guten Jahr bewohnen wir unser neues Haus in Frankreich, und schon muss ich fort, um meine Verwandten in Buenos Aires zu besuchen. Ich habe keine Lust dazu. Viel lieber möchte ich im Dorf bleiben, im Garten, im Haus, dessen dicke Wände im Sommer für Kühle sorgen. Ich möchte damit anfangen, die Bücher in die neu gebauten Regale einzusortieren. Ich möchte in meinem Zimmer sitzen und arbeiten. 

Dienstag, 9. Juni 2026

Penelope Fitzgerald: Die Buchhandlung

 Buchinfo

 Florence Green erwirbt in Hardborough, einem verschlafenen Dorf an der Küste Ostenglands, das Old House als zukünftiges Domizil für ihre Buchhandlung. Daß das Gebäude anscheinend von einem Poltergeist besessen und bis auf die Grundmauern feucht ist, bringt sie von ihrem Vorhaben ebensowenig ab wie die Tatsache, daß sie von finanziellen Dingen keine Ahnung hat. Voller Schwung stürzt sie sich in die Vorbereitungen und stattet ihre Buchhandlung liebevoll aus. Die Einwohner des kleinen Städtchens begegnen dem Unternehmen zunächst mit Skepsis, bald stellen sich jedoch erste Stammkunden ein. Als Florence Green aber dann "Lolita", ein gerade erschienenes Buch eines bis dahin unbekannten Autors, Vladimir Nabokov, verkauft, ist die Aufregung groß...

 

Buchbeginn

1959 wußte Florence Green am Ende mancher Nächte nicht genau, ob sie überhaupt geschlafen hatte. Sie plagte sich nämlich mit der schwierigen Entscheidung über den Kauf eines kleinen Anwesens, des Old House, samt dazugehörigem Lagerschuppen unten am Wasser. Sollte sie die einzige Buchhandlung in Hardborough aufmachen? Wahrscheinlich hielt die Unentschlossenheit sie wach.

 

Zitate

"Es [,Lolita' von Nabokov] ist ein gutes Buch, und deshalb sollten Sie versuchen, es den Einwohnern von Hardborough zu verkaufen. Die werden es nicht verstehen, aber das ist nur gut so. Verstehen macht denkfaul."


"Ihr Ärger richtete sich gegen alle, die mit Büchern und Lesen zu tun hatten, und die es zur Bedingung für Erfolg machten, daß man kleine Aufsätze schreiben konnte... Alle diese Menschen haßte sie." 

 

Aus dem Englischen von Christa Krüger
Mit einem Nachwort von David Nicholls
insel taschenbuch 4346
7. Auflage 2014
165 Seiten 

Sonntag, 7. Juni 2026

Ragnar Helgi Ólafsson: Die Bibliothek meines Vaters - Requiem

 Buchinfo
Der Autor muss die Bibliothek seines Vaters ausräumen und möchte es an einem Wochenende erledigen. Schnell wird klar, dass diese Zeitplanung eine Schnapsidee ist. Also entscheidet er sich dafür, zufällig Bücher aufzuschlagen. Er gleitet so in Gedanken und Zitaten nicht nur von Titel zu Titel, sondern jede aufgeklappte Seite bringt ihn zu anderen Fragestellungen: Hat jedes Buch einen eigenen, einzigartigen Geruch? Können wir jemals über den Verlust der verbrannten Bibliothek von Alexandria hinwegkommen? Was haben seltsame regionale Geschichten über Geister, Feen und arme Bauern im Island des 19. Jahrhunderts mit dem 21. zu tun? Wann genau wird die Sonne voraussichtlich ausbrennen? Und wie können diese Fragen dazu beitragen, unserem Leben und unserer Existenz heute einen Sinn zu geben?

Buchbeginn
Die Bibliothek meines Vaters umfasst mehr als 4000 Bände. Das ist eine grobe und vorsichtige Schätzung. Auf diese Zahl bin ich heute Morgen gekommen, indem ich die Regale gezählt und dann mit der durchschnittlichen Anzahl der Bücher in jedem Regal multipliziert habe. Die Bücher im Keller habe ich nicht mitgezählt. Auch nicht die Stapel und Kisten mit Büchern in der Garage. Ja, und zugegebenermaßen auch nicht die Bände und Mappen im Hausflur.

Zitat
"Ich war von Anfang an fest entschlossen, keine Bücher aus der Bibliothek meines Vaters mit nach Hause zu nehmen. Dieser Entschluss gilt nach wie vor. Ich habe so viele Bücher. Zu viele. Und ständig bekomme ich neue geschenkt. Zu meinem Geburtstag: ein Buch. Zu Weihnachten: ein Buch. Zu meinem Abschluss ein Buch. Es summiert sich. Ich kann nicht einmal behaupten, gänzlich unschuldig daran zu sein, denn auch ich habe Bücher gekauft, und zwar bei viel zu vielen Gelegenheiten. Vor ein paar Jahren füllte meine Bibliothek fünf turmhohe Bücherregale. Das ist natürlich eine Art böser Traum. Ich will keine Bücher besitzen. Bücher sind Kram, und ich möchte lieber nicht viel Kram besitzen, am besten gar keinen - oder zumindest so wenig wie möglich."



mikrotext
1. Auflage 2025
208 Seiten
ISBN-10: ‎3948631646
ISBN-13: ‎978-3948631642
Originaltitel: ‎Bókasafn föður míns
Aus dem Isländischen von Jón Thor Gislason und Wolfgang Schiffer