Worüber sich Goethe und Wieland beim Abendessen unterhielten, was Bratwürste und Borsdorfer Äpfel mit dem Begriff des Unendlichen zu tun haben und warum sich Goethe nach Jena zurückzog, als die berühmte Madame de Stael in Weimar eintraf - wenn Sie das wissen möchten, dann greifen Sie zu dieser Ausgabe.
Aus der Handschrift neu herausgegeben, liegen die Aufzeichnungen des angesehenen Weimarer Gymnasialdirektors zum ersten mal unzensiert und ungekürzt vor. Lange genug genossen sie einen zweifelhaften Ruf, wurden als Klatsch- und Tratschbuch verschrien, und der Verfasser selbst wurde verunglimpft als Arschgesicht, Vogelscheuche und Schmeißfliege. Zugleich aber wurden diese Schilderungen wieder als zuverlässige Quelle genutzt.
Heute verbinden wir das Amüsement über das Menschlich-Allzumenschliche der Klassiker, wie es uns in Böttigers Aufzeichnungen so anschaulich entgegentritt, mit der Wertschätzung des authentischen Berichts eines Augen- und Ohrenzeugen.
Buchbeginn
Heute früh (den 26ten Septembr[is] [1791] predigte Herder in der Schloß- oder Garnisonkirche. Dies war das erstemal seit länger, als einem Halbjahr, und da es schlechterdings zum guten Tone gehört, Sonntags Nachmittags im Vauxhall oder in der Theegesellschaft fragen zu können: Haben Sie Herder gehört? so walfarthete noch vor 9 Uhr die ganze beau monde in diese in der äußersten Vorstadt gelegene Kirche.

Hallo Anne, das klingt interessant - vor allem die originale Wortwahl spricht mich an. Ich habe ein ähnlich verfasstes Buch zum Thema *Allzumenschliches* von Andrea Wulf gelesen und zwar *Fabelhafte Rebellen* !
AntwortenLöschenHier der Klappentext: Um 1800 galt die Idee vom freien Individuum als brandgefährlich. Und doch wagte es eine Gruppe von Denkern in der Universitätsstadt Jena, das Ich in den Mittelpunkt ihres Denkens, Schreibens und Lebens zu stellen. Zu diesen fabelhaften Rebellen gehörten die Dichter Goethe, Schiller und Novalis, die Philosophen Fichte, Schelling und Hegel, die genialen Schlegel-Brüder und Alexander von Humboldt sowie ihre Muse, die freigeistige Caroline Schlegel. Während die Französische Revolution die politische Landschaft Europas veränderte, entfachten diese jungen Romantiker in Jena eine Revolution des Geistes. Bestsellerautorin Andrea Wulf erzählt fesselnd, wie sich ihr Leben zwischen wortreichen Auseinandersetzungen, aufsehenerregenden Skandalen, leidenschaftlichen Liebesaffären und vor allem radikalen Ideen bewegte, und erklärt, warum auch wir bis heute zwischen den Gefahren der starken Ichbezogenheit und den aufregenden Möglichkeiten des freien Willens schwanken.
LG Angela
HIER mein eigener Leseeindruck vom Blog:
AntwortenLöschenMein Leseeindruck: Die Gedanken der Französischen Revolution haben sie vereint und zum sogenannten *Jenaer Kreis* zusammen geschweisst. Die bedeutenden Schriftsteller der Romantik Goethe, Schiller, Novalis, Tieck, die Philosophen Fichte, Schelling und Hegel, die genialen Schlegel Brüder, der junge Wissenschaftler Alexander von Humboldt und letztendlich eine bedeutende Frau und Muse namens Caroline Schelling-Schlegel fanden zusammen in der kleinen Universitätsstadt Jena, Ende der 1790 er Jahre, ihre literarische Heimat.
Die ca. vierhundert Seiten von Andrea Wulf haben mich derart gefesselt und begeistert wie es der Geschichtsunterricht in der Schule nie geschafft hat. Man reist mit der bekannten Autorin in eine vergangene Zeit, geprägt von deutscher Kleinstaaterei, der französischen Revolution und der Machtübernahme von ganz Europa durch Napoleon. Aus ihrer fabelhaften Recherche dieser Zeit schenkt sie uns in ihrem Buch Anekdoten, philosophische Denkansätze der bekanntesten Dichter und Denker der damaligen Zeit und einen menschlich geprägten Blick auf deren Lebensumfeld in der Kleinstadt Jena, die damals zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands und Europa gehörte. Eigentlich ist diese Lektüre ein gut fundiertes Sachbuch mit Hintergrund , es liest sich aber wie ein Roman und weckt das Interesse des Lesers an Geschichte und Philosophie. Diese bedeutenden Schriftsteller*innen bekommen durch diese Lektüre ein farbiges und menschliches Gesicht, von wechselnder Empathie zueinander geprägt und für die Leser von der Autorin dadurch spannend aufbereitet.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und zusätzlich jede Menge neues Wissen über deutsche und europäische Geschichte durch diese Lektüre erfahren.
Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für dieses herausragende Buch der interessanten Autorin Andrea Wulf.